Balance zwischen geben und nehmen

systemische Verstrickungen


Wenn die Waage zu einer Seite ausschlägt, kommt der Mensch in ein Ungleichgewicht. Er „hängt“ in irgend eine Richtung, oder es läuft irgendwie Vieles schief.

Diese Aussagen können wir auch auf das Leben übertragen, wenn die Balance zwischen geben und nehmen nicht ausgeglichen ist, dann hängt das Leben auch irgendwie in eine Richtung, oder es läuft schief.

Menschen, welche nur geben und geben werden sich möglicherweise, über die Zeit hinweg, ausgelaugt und unbefriedigt fühlen. Sie fühlen sich fallweise, als ob sie von außen ausgelaugt würden, oder als wenn sie etwas runter zieht.

Sehr oft kommen dann auch Vorwürfe, wie zB „die Menschheit kennt keine Dankbarkeit.“ oder „Ich tu eh schon so viel und trotzdem kann ichs XZ nicht Recht machen.“

Wobei ich gleich hier anmerken möchte, dass es in derartigen Fällen oft einfach genügt, weiter zu hinterfragen: „Glauben Sie, es Anderen nicht Recht machen zu können oder wurde ihnen dies wirklich so gesagt?“

In den meisten Fällen ist es eine persönliche Vorannahme, nicht zu genügen, die Angst davor, „nicht gut genug zu sein“. In Aufstellungen zeigt es sich sehr oft, dass Menschen, die davon ausgehen, nicht gut genug zu sein, dies einfach voraussetzen, dass es so ist, ohne es jemals bewusst zu hinterfragen.

Und sehr oft ist es in Aufstellungen so, dass diejenigen, denen unterstellt wird, nicht genug zu bekommen, froh sind, wenn der Zwang des Gebens
endlich aufhört, weil sie schon seit Langem keine Möglichkeit mehr sehen, etwas von dem zurück zu geben, was ihnen permanent aufgedrängt wird.

Ich habe es bewusst etwas überspitzt formuliert, um speziell Sie dazu zu animieren, auch einmal auf diesen Umstand zu schauen.

Dem gegenüber kann es bei Menschen, welche nur nehmen und nehmen, möglicherweise passieren, dass sie nie genug bekommen. Je mehr sie bekommen, desto mehr brauchen sie. Weil sie keine Balance in sich finden, sondern auf das hoffen, was von außen kommt.

Nicht nur darauf hoffen, sondern sich auf Grund dessen definieren, was von außen an sie herangetragen wird. Oder auch welches Feedback von außen kommt.

Oftmals ist es so, dass Menschen, die sich über das Nehmen definieren ein Nicht-bekommen gleichsetzen mit Nicht-geliebt-werden und auf Grund von geringerem Bekommen in manchmal nachhaltige Depressionen verfallen.

Ein typisches Beispiel für ein überzogenes Nehmen sind Menschen, welche darauf bestehen, dass sie ein Recht auf bedingungsloses Grundeinkommen haben, oder welche davon ausgehen, dass es „normal“ ist mit über 30 noch immer von den Eltern finanziell unterstützt werden zu müssen.

Egal, in welcher Form sich eben das Ungleichgewicht im Geben und Nehmen äußert, hier wäre es sinnvoller, eine großteils ausgeglichene Balance zu finden und auch aufrecht zu erhalten.


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