die kleine Seele - Teil 4


Unsere kleine Seele spürte auch immer wieder, und immer häufiger, die Sehnsucht nach der großen weiten Welt. Und gleichzeitig einen unbestimmten Wunsch, etwas bestimmtes zu tun, ohne es klar definieren zu können, was es sein könnte.

Manchmal erschien ihr das Leben so sinn-los. Irgendwie plätscherte es so dahin, ohne größere Stimmungsschwankungen und ohne speziellen Highlights.

Unsere kleine Seele suchte nach etwas, manchmal nur nach einer Zigarette, manchmal nach einem Gläschen Wein. Und fallweise suchte sie auch mal wieder eine Zeit lang ihr Wohl in einer religiösen Vereinigung.

Doch irgendwie waren alle diese Aktivitäten eher unbefriedigend. Ja, kurzfristig fühlte sie sich immer sofort besser, speziell auch, wenn sie sich mal wieder so richtig hatte gehen lassen können.

Wenn sie für einige Zeit abtauchte in andere Welten, keinen Blick verschwendete auf das Hier und Jetzt, wenn sie sich manchmal auch härterer bewusstseinserweiternder Mittelchen bediente.

Es waren kurzfristige Highlights, da spürte sie sich endlich selbst. Kam zu ihren Kern und fühlte es, was es heißen könnte, zu leben.

Doch das Erwachen war meist viel zu schwer und viel zu grausam. Und das Erwachen war auch nie wirklich sicher, dass es ein Erwachen war. 

Es hätte auch oftmals sein können, dass es gerade dann ein Einschlafen war, wenn sie darüber nachdachte, ob sie jetzt endlich wieder mal erwacht sei.

Manchmal überlegte unsere kleine Seele, ob es nicht eine Möglichkeit gäbe, dieses fallweise Gefühl zu leben auch ohne Hilfsmittel erreichen zu können.

Aber irgendwie fand sie keine Antwort auf diese Fragen. sie fühlte sich einfach getrieben, wie eine Marionette, welche an Fäden hängt und von irgendwem bewegt wird.

Und sie ließ es geschehen, ließ sich bewegen. Eigentlich wollte sie auch gar nicht wissen, wer sie bewegte, ob sie überhaupt jemand oder etwas bewegen könnte.

So richtig bewegen, Gefühle in ihr aus zu lösen, welche sie daran erinnern würde, dass sie ein menschliches Lebewesen auf diesem Planeten Erde sein könnte.

Oftmals fühlte sie sich wie in einem Traum. Allerdings ein Traum, den irgend jemand anderer träumt. Nicht ihr Traum, für sie war es manchmal eher ein Alptraum.

Auf jeden Fall ein Traum, aus dem es von ihr aus kein freiwilliges Erwachen geben konnte. Unsere kleine Seele fühlte sich manchmal wie ein Wesen im Traum eines anderen Wesens.

Und sie fragte sich, welcher Teil ihres Lebens das Leben an sich sein könnte. Bzw. welcher Teil ihres Lebens eben das Verharren in diesem Traum ist.

Darüber hinaus fragte sich unsere kleine Seele oftmals, ob es überhaupt irgend etwas gab, wo sie dazu gehört? In ihrer aktuellen Familie fühlte sie sich nicht geborgen.

Und es gab auch keine andere Gemeinschaft, kein anderes System, welchem sie sich zugehörig hätte fühlen können. Irgendwie fühlte sie sich als Einzelkämpfer in den Wirrnissen des Mensch-Seins.

Je länger sie als Mensch über dieser Erde wandelte, desto mehr kam sie zu der Überzeugung, dass es für sie einfach keinen Platz gab, sich hier auf Erden auch wirklich heimisch fühlen zu können.


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